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Irgendwo in einer weit entfernten Galaxie:
Marco und Alana dürften sich gar nicht lieben, schließlich stammen sie von unterschiedlichen Planeten und sind gegnerische Soldaten in einem schon seit ewigen Zeiten bestehenden Krieg. Noch weniger aber hätte ihre Liebe ein Kind hervorbringen sollen. Nun stehen die jungen Eltern ganz oben auf der Abschussliste beider Seiten, die ihre Schergen ausschicken, um dieses Problem - egal aus welcher - Welt zu schaffen. Während Marco und Alana sterben sollen, besteht allerdings ein gewisses Interesse an ihrer jüngst geborenen Tochter Hazel, die die Auftraggeber lebendig in die Finger bekommen wollen. Eine abenteuerliche Flucht durch die Galaxie vor den eigenen Leuten, vor Kopfgeldjägern und vor allem Intoleranz beginnt.
Mit ihrer neuen Serie "Saga" präsentieren Autor Brian K. Vaughan (Ex Machina, Y - The Last Man,
Die Löwen von Bagdad) und Illustratorin Fiona Staples (Mystery society, North 40) die Geschichte von Alana und Marco, die ein wenig wie die von Romeo und Julia anmutet: zwei Liebende aus verfeindeten Lagern. Nur, dass ihre Geschichte in einer fernen Galaxie mit mehreren völlig anderen, verrückten Fantasywelten spielt und beide nicht bereit sind zu sterben. Sie kämpfen für ihre Liebe gegen alle Widrigkeiten und besonders für ihre gerade erst geborene Tochter Hazel, die in Frieden aufwachsen soll. Nur, wo soll die junge Familie hin, wenn praktisch überall Krieg herrscht?
Obwohl derzeitig nur als Baby auftretend, reflektiert Hazel als Erzählerin von Zeit zu Zeit vorgreifend die Geschehnisse, die jeweils zwischen der Flucht ihrer Eltern und der Jagd auf diese - durch die eigene Spezies, deren Verbündeten sowie durch zusätzliche Freilanzer (Kopfgeldjäger) - hin und her springen.
Dabei wird dem Leser in einer aberwitzigen Mischung so ziemlich alles geboten, was dieser irgendwo schon mal gesehen oder auch nicht gesehen hat. Allen voran jede Menge Weltraum sowie viele eigenartige Kreaturen. Ob dies gefällt, muss jeder für sich entscheiden.
Ein wenig mag man anfangs mit den einzelnen Völkern durcheinander kommen, die mehr oder weniger ungewollt in den Krieg zwischen "Flügeln und Hörnern" hineingezogen werden. Es gibt so viele unterschiedliche Lebensformen, sodass man nicht sofort weiß, wer zu wem gehört beziehungsweise für wen kämpft. Es existieren Wesen, die an Zyklopen erinnern, ungleiche gehörnte oder geflügelte Geschöpfe, scheinbar rein menschliche Charaktere, menschliche Körper mit Besonderheiten, wie Monitorköpfen oder anderm absurdem Zeug, kuriose Viecher, die wie bunte Aliens aussehen und vieles mehr.
Während die jungen Eltern flüchten, wird ein wenig aus ihrer Vergangenheit erzählt. Alana ist nicht nur optisch eine absolut selbstsichere, kecke, manchmal auch vulgäre Heldin, die einen in ihren Bann schlägt. Ihr Gegenstück ist der sanfte Marco, der wohl nicht immer so gewesen ist ... Wie wird sich Hazel wohl entwickeln?
Nachdem sich der Leser so langsam in diesem Universum zurechtgefunden und die Flucht der Protagonisten begleitet hat, endet die Geschichte mit einem Cliffhanger, der im nächsten Band sicher für einige interessante Entwicklungen sorgt.
Adäquat verbildlichen Fiona Staples' Illustrationen diese bizarre Story mit ihren betont lockeren Dialogen: bunt und rasant, wie die Handlung selbst. Die Charaktere sind, wenn nicht monströs, oft kantig, aber natürlich wirkend gezeichnet und selbst innerhalb einer Spezies schafft Staples eine Artenvielfalt, die die einzelnen Individuen gut voneinander unterscheiden lässt. Die Szenerien sind abenteuerlich, aber immer nur vorhanden, wenn diese explizit benötigt werden, sodass sie nicht von der eigentlichen Handlung ablenken.
Fazit: ein packender Start in eine neue, recht abgedrehte, fantastische Serie, die gespannt auf die Fortsetzung warten lässt.
Weitere Informationen und eine Leseprobe gibt es auf der Verlagsseite.